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Energienews


12.10.2011

Europäer sorgen sich um den Klimawandel

Der Klimawandel macht den Europäern mehr Sorge als die wirtschaftliche Lage.

Dies ist das Ergebnis einer am 7. Oktober 2011 veröffentlichten Eurobarometer-Sonderumfrage. Über zwei Drittel der Europäer betrachten den Klimawandel als sehr ernstes Problem. Für 51 % der Europäer ist er die größte globale Bedrohung, in Deutschland sind sogar 66 % dieser Meinung. Dagegen sehen etwas weniger als die Hälfte (45 %) der Europäer die wirtschaftliche Situation als größtes Problem, in Deutschland sind dies 27 %. Allerdings wurde die Umfrage bereits im Juni durchgeführt. Fast 79 % der befragten Deutschen (EU-27: 80 %) sind der Ansicht, dass die Bekämpfung des Klimawandels und ein effizienter Energieverbrauch Wirtschaft und Beschäftigung fördern können.

Initiative von Politik und Wirtschaft erwartet

Connie Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimapolitik: „Es ist ein ermutigendes Zeichen. Die Umfrage zeigt, dass die europäischen Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass wir nicht nur vor Herausforderungen wirtschaftlicher Art stehen. Sie zeigt, dass die deutliche Mehrheit der Europäer von ihren Politikern und Wirtschaftsführern erwarten, das ernste Klimaproblem jetzt in Angriff zu nehmen. Frappierend ist, dass sich die Öffentlichkeit über den Klimawandel noch größere Sorgen macht als im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz. Insbesondere die Tatsache, dass mehr als drei Viertel der Europäer die Verbesserung der Energieeffizienz als Mittel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze betrachten, ist ein deutliches Signal an die Entscheidungsträger in Europa. Meines Erachtens werden auch wir in der Kommission durch diese Umfrage darin bestärkt, weiterhin für ambitionierte und konkrete klimapolitische Maßnahmen in Europa zu kämpfen.“

Wichtige Ergebnisse der Umfrage:

* 68 % der Befragten betrachten den Klimawandel als sehr ernstes Problem (gegenüber 64 % im Jahr 2009). Insgesamt 89 % halten ihn für ein ernstes Problem („sehr ernst“ oder „ziemlich ernst“). Auf einer Skala von 1 bis 10 wurde der Klimawandel mit 7,4 bewertet (gegenüber 7,1 im Jahr 2009).


* Insgesamt wurde der Klimawandel als das zweitgrößte Problem angesehen, mit dem die Menschheit konfrontiert ist (nach Armut, Hunger und Mangel an Trinkwasser, die als ein zusammenhängendes Problem betrachtet wurden). Einer von fünf Befragten hielt den Klimawandel für das größte Problem und 51 % (gegenüber 47 % im Jahr 2009) gaben an, der Klimawandel sei das größte oder eines der größten Probleme, gegenüber 45 %, die dasselbe von der Wirtschaftslage sagten.


* 78 % stimmten der Aussage zu, dass die Bekämpfung des Klimawandels und die Verbesserung der Energieeffizienz zur Förderung der Wirtschaft und der Beschäftigung in der EU beitragen können (gegenüber 63 % im Jahr 2009). In allen Mitgliedstaaten waren mindestens zwei von drei Befragten dieser Ansicht.


* 68 % sprachen sich dafür aus, die Besteuerung stärker am Energieverbrauch auszurichten (Deutschland 69 %). In jedem Mitgliedstaat war eine Mehrheit für eine solche Verlagerung.


* Die Öffentlichkeit erwartet, dass sich Europa bis 2050 zu einer klimafreundlichen Gesellschaft entwickelt. Knapp neun von zehn Befragten (88 %) erwarten, dass Europa bis 2050 mehr erneuerbare Energieträger einsetzen wird; 87 % gehen davon aus, dass Europa energieeffizienter sein wird, und 73 % glauben, dass der Antrieb von Pkw effizienter sein wird als heute.


* Die Bekämpfung des Klimawandels wird vor allem als Aufgabe der nationalen Regierungen, der EU und der Wirtschaft betrachtet. Nur 21 % waren der Auffassung, selber eine persönliche Verantwortung zu tragen, doch weitere 23 % erklärten spontan, dass alle Akteure (sie selbst mit eingeschlossen) eine gemeinsame Verantwortung haben.


* Nur knapp über die Hälfte der Befragten (53 %) gaben an, sie hätten in den vergangenen sechs Monaten Maßnahmen irgendeiner Art zur Bekämpfung des Klimawandels getroffen. Dieser Anteil erhöhte sich jedoch, als gefragt wurde, was im Einzelnen unternommen worden war: So erklärten 66 %, sie hätten ihre Haushaltsabfälle reduziert und recycelt, was die am stärksten verbreitete Maßnahme darstellt.

 

Den vollständigen Bericht vom Eurobarometer können Sie hier lesen (englisch).




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